März 11, 2017

Neue Drohnen Verordnung

Neue Drohnen Verordnung Am 18. Januar 2017 präsentierte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im Kabinett seinen Ministerkollegen und der Bundeskanzlerin eine überarbeitete Fassung der neuen „Drohnen-Verordnung„. Die neue Rechtsverordnungen wurde im Januar dem Bundesrat zur Entscheidung zugeleitet.

Inzwischen haben unter Federführung des Verkehrsausschusses verschiedene Ausschüsse des Bundesrates die Drohnen-Verordnung beraten und Ihre Empfehlungen formuliert. Am 10. März 2017 wurde unter TOP79 der 954. Sitzung des Bundesrates die Neue Drohnen Verordnung mit den empfohlenen Änderungen der Ausschüsse verabschiedet (Drohnen-Verordnung im Wortlaut).

Am 06. April 2017 wurde die Änderungsverordnung zur Anpassung der luftrechtlichen Vorschriften für unbemannte Luftfahrzeuge im Bundesanzeiger veröffentlicht. Damit ist die sogenannte Drohnen-Verordnung seit dem 07. April 2017 in Kraft und geltendes Recht. Wichtige Eckpunkte fasst die folgende Info-Grafik des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zusammen

Die wesentlichen Regelungen der Neuregulierung:

  1. Kennzeichnungspflicht:
    Jedes Modellflugzeug und unbemannte Luftfahrtsystem (auch UAV, Multicopter oder Drohne genannt) mit einem Abfluggewicht über 250 Gramm hat eine Kennzeichnung mit Namen und Anschrift des Luftfahrtzeughalters zu führen. Die „Plakette“ muss feuerfest sein.
  2. Flugkundenachweis:
    Ab einem Abfluggewicht von 2 Kilogramm (z.B.: ab DJI Inspire 1) muss ein Nachweis über Flugkunde geführt werden (Drohnenführerschein).
    Zu Ihrer Info: Der Flugkundenachweis kann auch zukünftig bei Copter-Expert mit unserem praktischen Übungsteil erworben werden. Wir sind gerade dabei uns als Schulungsunternehmen beim Luftfahrtbundesamt zertifizieren zu lassen.
  3. Aufstiegserlaubnispflicht > 5 Kg:
    Ab einem Abfluggewicht von 5 Kilogramm benötigen Modellflugzeuge und Copter eine Aufstiegserlaubnis. Diese wird weiterhin durch die Landesluftfahrtbehörde eines Bundeslandes ausgestellt.
  4. 100m maximale Flughöhe:
    Modellflugzeuge und Drohnen werden in Zukunft gleichgestellt, und der Betrieb in einer Höhe von über 100 m über Grund darf nur auf zugelassenen Modellflugplätzen oder mit einer Aufstiegserlaubnis durch die Landesluftfahrtbehörde durchgeführt werden.
  5. Mindestabstände:
    Die Abstände zu Unglücksorten, Katastrophengebieten sowie Einsatzorten von BOS oder Bundeswehr wurde auf 100 m festgelegt. Diese Abstandsregelung gilt auch für diverse Behördenstandorte sowie Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen und Bahnanlagen, soweit der Betrieb nicht ausdrücklich gestattet wurde.
  6. Naturschutzgebiete:
    Nationalparks und Naturschutzgebiete dürfen zukünftig nicht mehr überflogen werden, auch wenn das in der Schutzverordnung nicht ausdrücklich schriftlich veröffentlicht wurde.  Nationalparks und Naturschutzgebiete sind somit Flugverbotszonen.
  7. Wohngebiete:
    Der Betrieb von Geräten über 250 Gramm über Wohngrundstücken bedarf der vorherigen Erlaubnis des Eigentümers oder eines Nutzungsberechtigten.
  8. FPV:
    Der FPV Flug mit Beobachter wird bei einem Abfluggewicht von unter 250 Gramm erlaubt.
  9. Betrieb außerhalb der Sichtweite:
    Für Drohnen mit einem Abfluggewicht von über 5 Kilogramm ist es grundsätzlich möglich, Erlaubnisse für einen Betrieb außerhalb der Sichtweite zu beantragen.

Was hat das für Auswirkungen für Copterpiloten, die unseren Flugbefähigungsnachweis (Zertifikat) erworben haben?

Wir als Schulungsunternehmen müssen uns beim Bundesluftfahrtamt zertifizieren lassen. Ab dem 01.04.2017 können von keinen Schulungsunternehmen in Deutschland weiterhin anerkannte Flugbefähigungsnachweise durch die Landesluftfahrtbehörden mehr ausgestellt werden. Die Flugbefähigungsnachweise dienen lediglich noch Versicherungen, Auftraggebern oder dem Piloten selbst als Nachweis der erworbenen Kenntnisse.

Copter-Expert hat sich von Anfang an das Ziel gesetzt, Copterpiloten Sicherheit im Umgang mit den Fluggeräten zu vermitteln. Wir sehen unsere Aufgabe darin, Sie als Piloten mit den Fähigkeiten auszustatten, die Sie brauchen, um sicher zu fliegen. Dazu sind neben dem rein theoretischen Wissen auch praktische Anwenderkenntnisse zum sicheren Steuern von Drohnen erforderlich.

Selbstverständlich streben wir an, auch den Drohnenführerschein gemäß der neuen Luftfahrtverordnung ausstellen zu dürfen. Hierzu arbeiten wir gerade an der Zertifizierung durch das Bundesluftfahrtamt. Das wird aber generell noch ein wenig Zeit benötigen. In der Zwischenzeit bieten wir auch weiterhin unsere Schnupperkurs, Basic und Sicher fliegen- Workshops an, um Sie im Umgang mit Drohnen im nicht alltäglichen Umfeld sicher zu machen.

 

Neue Drohnen Verordnung. Gültig ab Oktober 2017